Was eine Gebäudeversicherung kostet, entscheidet sich auf zwei Ebenen: am Gebäude selbst – und am Versicherer dahinter. Hier lesen Sie, welche Faktoren den Beitrag bestimmen, mit welchen Preisen Sie rechnen sollten und warum der günstigste Anbieter von heute morgen schon der teuerste sein kann.
Die Kosten einer Gebäudeversicherung hängen in erster Linie vom Gebäude und seiner Ausstattung ab – und vom versicherten Umfang. So weit, so bekannt. Was viele übersehen: Inzwischen entscheidet ein weiterer Punkt mindestens genauso stark mit – die „Kostenstruktur“ des Versicherers selbst. Denn die Schadenzahlungen der Versicherer steigen seit Jahren, und diese Kosten geben die Anbieter an ihre Versicherten weiter – dann in Form von Beitragsanpassungen, die jeder Versicherer nach eigenen Maßstäben und in eigener Regelmäßigkeit vornimmt – je nach Versicherer und Schadenverlauf also in ganz unterschiedlichen Abständen.
Genau das macht einen ehrlichen Kostenvergleich so schwierig. Weil jeder Vertrag später angepasst werden kann, lässt sich der Beitrag im Vorfeld eben nicht sauber zwischen Anbieter 1 und Anbieter 2 vergleichen. Der heute günstigere Tarif kann nach zwei Erhöhungen längst teurer sein als der, der anfangs ein paar Euro mehr gekostet hätte.
| Anbieter 1 | Anbieter 2 | |
|---|---|---|
| Beitrag im 1. Jahr | 350 € | 290 € |
| Beitragsanpassungen über 5 Jahre (Beispiel) | moderat | mehrfach & deutlich |
| Beitrag nach 5 Jahren (gerundet) | ca. 406 € | ca. 446 € |
Anbieter 2 startet 60 € günstiger – und liegt nach wenigen Jahren trotzdem vorn beim Preis. Wichtig: Solche Anpassungen erfolgen nicht jedes Jahr und nicht in gleicher Höhe – je nach Versicherer und Schadenverlauf kommen sie mal gar nicht, mal mehrfach und kräftig. Genau das macht den Einstiegsbeitrag so wenig aussagekräftig dafür, was ein Vertrag über die Laufzeit wirklich kostet. (Beispielwerte zur Veranschaulichung, keine garantierten Beträge.)
Die ehrliche Antwort: „Das kommt darauf an.“ Trotzdem lässt sich eine realistische Spanne nennen. Für ein typisches Einfamilienhaus liegen die Jahresbeiträge meist zwischen 280 € und 700 €; mit Elementarschutz gegen Hochwasser, Starkregen und Rückstau entsprechend höher. Wie groß die Bandbreite ist, zeigen die folgenden Beispiele.
Richtwerte zur groben Orientierung. Der tatsächliche Beitrag wird immer für Ihr konkretes Objekt berechnet – ein pauschaler Online-Wert ersetzt das nicht.
Warum der eine 280 € zahlt und der Nachbar 600 €? Der Beitrag setzt sich aus mehreren Stellschrauben zusammen. Diese vier haben den größten Einfluss:
Je größer die Wohnfläche, desto höher die Wiederherstellungskosten – und damit der Beitrag. Die Bauart entscheidet mit: ein Massivhaus ist günstiger zu versichern als ein Holz- oder Fertighaus, weil das Brandrisiko anders bewertet wird. Auch das Baujahr spielt eine Rolle: Ältere Gebäude mit veralteten Leitungen haben ein höheres Schadenrisiko, moderne Neubauten ein geringeres. Genau dieser „Zufluss an gesunden Risiken“ hält das Kollektiv großer Versicherer stabil.
Die Lage Ihres Gebäudes wird über das sogenannte ZÜRS-System (Zonierungssystem für Überschwemmung, Rückstau und Starkregen) in vier Gefährdungsklassen eingeteilt. Liegt Ihr Haus in einer höheren Zone, steigt vor allem der Beitrag für den Elementarbaustein. Nach den Hochwasser- und Starkregenereignissen der letzten Jahre ist dieser Schutz aber in fast jeder Lage empfehlenswert – auch dort, wo bislang kein klassisches Hochwasserrisiko bestand.
Die meisten Gebäude sind hierzulande zum sogenannten gleitenden Neuwert versichert. Das heißt: Ein Schaden wird immer zum Neuwert ersetzt – also zu dem Betrag, den die Wiederherstellung eines Schadens zum heutigen Zeitpunkt kostet, nicht zum abgeschriebenen Zeitwert. Damit Sie dafür nicht jedes Jahr den Neuwert Ihres Hauses neu ermitteln müssen, liegt den Verträgen der Baupreisindex zugrunde. Steigt dieser Faktor, erhöht sich automatisch der Versicherungswert des Gebäudes – und damit zwangsläufig auch der Beitrag. Die Entwicklung von Anpassungsfaktor und Baupreisindex können Sie Jahr für Jahr seit 2010 nachlesen.
Wichtig – und oft verwechselt: Diese Anpassung über den Baupreisindex erfolgt unregelmäßig, richtet sich allein nach der Baukostenentwicklung und ist bei allen Versicherern gleich. Sie hat nichts mit den individuellen Beitragsanpassungsklauseln der Versicherer zu tun, mit denen einzelne Anbieter ihre gestiegenen Schadenkosten weitergeben (siehe oben). Den Baupreisindex zahlen also alle – wie stark ein Versicherer darüber hinaus anpasst, ist dagegen der entscheidende Unterschied.
Mit einer Selbstbeteiligung (SB) übernehmen Sie im Schadenfall einen festen Eigenanteil und senken im Gegenzug den laufenden Beitrag. Bei Einfamilienhäusern macht eine SB von z. B. 400 € einen spürbaren Unterschied. Wichtig: Die SB sollte zur Höhe Ihres typischen Schadenrisikos passen und darf den Schutz nicht aushöhlen – dazu unten mehr.
Bereits beim Abschluss eines Vertrages sollte man sehr akribisch vorgehen und den Versicherungsschutz anhand der eigenen Bedürfnisse und der tatsächlichen Notwendigkeit zusammenstellen. Denn neben wichtigen Erweiterungen wie etwa der Elementarschadenversicherung lassen sich viele gesonderte Bausteine ergänzen, die zwar ihre Daseinsberechtigung haben, aber nicht in jedem Fall wirklich notwendig sind – zumal dafür regelmäßig Kosten anfallen.
Mein Tipp: Denken Sie zuerst in Szenarien und sichern Sie den größtmöglichen, existenziellen Schaden ausreichend ab – also alles, was Sie im Ernstfall finanziell ruinieren könnte. Erst danach lohnt die Überlegung, welche optionalen Zusatzbausteine wirklich zu Ihnen passen.
Wichtig: Über allem steht, dass die Versicherungssumme passen muss! Denn wenn diese nicht richtig angesetzt ist, sind Sie unterversichert – und dann sparen Sie nur auf dem Papier. Im Schadenfall kürzt die Versicherung anteilig; gespart hat am Ende sie, und Sie schauen selbst in die Röhre. Wie hoch die Kürzung ausfiele, können Sie mit dem Rechner Unterversicherung berechnen durchspielen. Steht Ihre Summe als Wert 1914 in Mark in der Police, rechnen Sie sie vorher in heutige Euro um. Erst wenn die Summe sauber feststeht und der Leistungsumfang passt, lohnt der zweite Schritt: Diese Hebel senken den Beitrag, ohne den Schutz zu schwächen.
Eine passende Selbstbeteiligung senkt den Beitrag dauerhaft, ohne den eigentlichen Schutz anzutasten. Sinnvoll vor allem dann, wenn Sie kleinere Schäden ohnehin selbst regulieren würden. Für Mehrfamilienhäuser ist eine SB oft weniger geeignet, da sie gegenüber Mietern nicht umlagefähig ist.
Hatte das zu versichernde Gebäude in den letzten Jahren keine Schäden – die Vorversicherung also keine Leistung erbracht – führt das oft zu Ersparnissen beim Abschluss oder Wechsel des Tarifs. Sprechen Sie diese Schadenfreiheit immer offen an, denn sie wird nicht automatisch berücksichtigt.
Wurden Leitungssystem oder Heizungsrohre komplett erneuert oder das Dach saniert, sinkt das Schadenrisiko spürbar – und damit oft der Beitrag. Je nach Versicherer sind Nachlässe von bis zu 30 % möglich, die sich in der Regel über mehrere Jahre wieder abbauen. Wichtig: Diese Sanierungen müssen Sie aktiv angeben, sonst bleiben sie unberücksichtigt – heben Sie Rechnungen und Nachweise dafür auf.
Erkundigen Sie sich, ob über einen Verband, eine Gewerkschaft, ein Berufs- oder Eigentümernetzwerk (z. B. Haus & Grund) Sonderkonditionen bestehen. Solche Rahmenverträge oder Gruppentarife sind nicht öffentlich ausgeschrieben – fragen lohnt sich.
Wer den Beitrag einmal im Jahr statt monatlich oder vierteljährlich zahlt, spart den Ratenzahlungszuschlag. Über die gesamte Laufzeit summiert sich das spürbar – ein kleiner, oft übersehener Hebel.
Bei jedem Versicherer entscheiden vor allem zwei Faktoren über den Beitrag: der Versicherungswert Ihres Gebäudes und der gewählte Leistungsumfang.
Den Versicherungswert ermittelt der Versicherer anhand der wesentlichen Merkmale Ihres Hauses – Größe (Wohnfläche oder umbauter Raum in m³), Nutzungsart, Bauart und Baujahr. Lassen Sie diesen Wert am besten immer vom Versicherer berechnen und halten Sie die Unterlagen zu Ihrem Gebäude bereit; so vermeiden Sie von Anfang an eine Unterversicherung. Der Leistungsumfang baut auf den Grundgefahren auf – Feuer, Blitz, Überspannung, Leitungswasser, Sturm und weitere – und lässt sich um zahlreiche Bausteine erweitern. Welche davon wirklich sinnvoll sind und welche eher Beitrag kosten als Nutzen bringen, lesen Sie im Abschnitt zum Sparen weiter oben.
Einen groben Rahmen für die Kosten haben Sie weiter oben bereits gesehen. Was Ihre Gebäudeversicherung am Ende konkret kostet, lässt sich aber seriös nur an Ihrem eigenen Objekt beantworten. Und genau hier liegt der eigentliche Punkt: Das Hauptaugenmerk sollte ohnehin nicht auf dem letzten Euro beim Beitrag liegen, sondern auf der Finanzstärke und Verlässlichkeit des Versicherers. Ein etablierter, substanzstarker Gebäudeversicherer mit festem Ansprechpartner ist im Zweifel mehr wert als ein anonymer Direktversicherer – gerade dann, wenn es darauf ankommt: im Schadenfall.
Wie hoch Ihr Beitrag tatsächlich ausfällt, erfahren Sie am schnellsten direkt – fordern Sie einfach ein unverbindliches Angebot für Ihr Gebäude an. Sie erhalten in der Regel innerhalb von 24 Stunden eine Rückmeldung.
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Im Rahmen meiner Tätigkeit als Geschäftsstellenleiter einer Provinzial-Agentur in Herne kann ich Ihnen hier auf Wunsch ein kostenloses Angebot erstellen oder auf Ihre Fragen genauer eingehen.
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