Elementar in der Gebäudeversicherung
Sie schützt das Bauwerk selbst: Mauern, Estrich, Bodenbeläge, die Heizungsanlage und alles, was fest mit dem Gebäude verbunden ist.
Noch vor wenigen Jahren war sie ein unbeschriebenes Blatt. Inzwischen hat sich das Bild der Elementarversicherung jedoch grundlegend gewandelt. Großschadenereignisse wie die Flutkatastrophe im Ahrtal im Juli 2021 und die anhaltende politische Diskussion um eine Pflichtversicherung für Elementarschäden haben ihre Bedeutung deutlich erhöht. In diesem Beitrag gehe ich auf die wichtigsten Merkmale ein.
Grundlegendes vorweg: Die Elementarversicherung ist keine eigenständige Versicherung, sondern eine „Deckungserweiterung“, die im Rahmen eines Gebäudeversicherungsvertrages und/oder eines Hausratversicherungsvertrages gesondert hinzugenommen werden kann. Aus meinen zahlreichen Gesprächen mit Kunden weiß ich, dass diese Unterscheidung wichtig ist. Denn Elementar Gebäude und Elementar Hausrat sind unterschiedliche Dinge und bedürfen einer genauen Konkretisierung, die ich in diesem Beitrag vornehme.
Welche Naturgefahren versichert sind, ist bei beiden Bausteinen gleich – der Unterschied liegt darin, was jeweils geschützt ist:
Sie schützt das Bauwerk selbst: Mauern, Estrich, Bodenbeläge, die Heizungsanlage und alles, was fest mit dem Gebäude verbunden ist.
Sie schützt die beweglichen Gegenstände in den Räumen: Möbel, Elektrogeräte, Kleidung und eingelagerte Sachen, etwa im Keller. Diesen Baustein braucht jeder, der Hausrat besitzt.
Gerade beim vollgelaufenen Keller führt das in der Praxis zu einem teuren Irrtum: Viele Mieter nehmen an, der Vermieter müsse für ihre durchnässten Möbel und eingelagerten Gegenstände aufkommen. Das ist nicht der Fall. Der Vermieter versichert über die Gebäudeversicherung nur das Bauwerk. Für sein eigenes Hab und Gut – den Hausrat – muss jeder Mieter selbst sorgen, und zwar über eine Hausratversicherung mit Elementarbaustein.
Beiden Bausteinen gemeinsam ist: Sie schützen vor Schäden durch Naturgewalten, die von außen einwirken, und schließen damit genau die Gefahren ein, die der normale Standardschutz außen vor lässt. Im Einzelnen sind das die folgenden Ereignisse.
Etwa, wenn ein Fluss über die Ufer tritt oder Oberflächenwasser nicht abfließen kann und sich auf dem Grundstück sammelt.
Regenmengen, die in kurzer Zeit niedergehen und nicht versickern oder ablaufen können, sodass sich das Wasser am und im Gebäude staut.
Wasser, das aus der überlasteten Kanalisation zurück ins Gebäude drückt. Betroffen ist hier vor allem der Keller.
Das Abrutschen von Erd- oder Gesteinsmassen sowie ein natürliches Absinken des Bodens.
Schäden durch die Last großer Schneemengen auf dem Dach sowie durch abgehende Schnee- und Eismassen.
Seltener, aber je nach Region nicht ausgeschlossen – und über den Elementarbaustein mit abgedeckt.
Der gemeinsame Nenner all dieser Gefahren: Es handelt sich um Naturereignisse, die sich nicht vorhersehen und kaum abwenden lassen. Genau dafür ist der Elementarbaustein gedacht.
Eine Standard-Gebäudeversicherung deckt nur die drei Grundgefahren ab: Feuer, Leitungswasser sowie Sturm und Hagel. Schäden durch Überschwemmung, Starkregen oder Rückstau sind darin nicht enthalten. Wer keinen Elementarbaustein vereinbart hat, steht in diesen Fällen ohne Versicherungsschutz da.
Entscheidend ist deshalb: Der Elementarschutz muss bewusst dazugewählt werden – automatisch ist er in keinem Vertrag enthalten. Was die Gebäudeversicherung im Standard sonst abdeckt, lesen Sie auf meiner Seite Leistungen der Gebäudeversicherung.
Lange galt die Faustregel, eine Elementarversicherung sei nur für Häuser in unmittelbarer Gewässernähe nötig. Diese Annahme ist überholt. Die schweren Unwetter der letzten Jahre haben gezeigt, dass Starkregen jeden Ort treffen kann – unabhängig davon, ob ein Fluss in der Nähe ist. Das Wasser kommt dabei oft nicht vom nächsten Bach, sondern direkt aus dem Himmel.
Wie gut ein Gebäude versicherbar ist, richtet sich nach seiner Lage. Versicherer ordnen jede Adresse einer von vier ZÜRS-Geozonen zu, wobei Zone 1 das geringste und Zone 4 das höchste Hochwasserrisiko bedeutet. Nur in der Hochrisikozone 4 ist der Schutz teuer oder schwer zu bekommen. Der weitaus größte Teil aller Häuser liegt jedoch in den Zonen 1 und 2 und lässt sich dort problemlos und günstig absichern.
Die meisten Wohngebäude liegen in Zone 1 oder 2 – dort ist der Elementarschutz günstig.
Meine Empfehlung ist deshalb eindeutig: Für nahezu jedes Gebäude ist der Elementarschutz heute sinnvoll. In welche Zone Ihr Gebäude fällt und was der Baustein in Ihrem Fall konkret bedeutet, schätze ich individuell für Sie ein.
Der Elementarschutz wird als Aufschlag auf den Grundbeitrag der Gebäudeversicherung berechnet. Wie hoch dieser ausfällt, hängt von der ZÜRS-Geozone ab. In den Zonen 1 und 2, in denen die meisten Gebäude liegen, fällt der Aufschlag moderat aus. Üblich ist außerdem eine Selbstbeteiligung, die im Schadenfall greift.
Setzt man den überschaubaren Mehrbeitrag ins Verhältnis zu einem möglichen Totalschaden, ist das Verhältnis sehr günstig. Eine vollgelaufene und sanierungsbedürftige Etage kostet schnell einen fünfstelligen Betrag – der Beitrag für den Baustein liegt um ein Vielfaches darunter. Konkrete Beispielbeiträge und die übrigen Preisfaktoren finden Sie auf meiner Kosten-Seite.
Für nahezu jedes Gebäude ja. Starkregen und Überschwemmung treffen längst nicht mehr nur Häuser am Fluss, sondern können jeden Ort erreichen. Da die normale Gebäudeversicherung solche Schäden nicht abdeckt, schließt der Elementarbaustein eine Lücke, die im Schadenfall existenzbedrohend werden kann.
Versichert sind Schäden durch Überschwemmung und Hochwasser, Starkregen, Rückstau, Erdrutsch und Erdsenkung, Schneedruck und Lawinen sowie Erdbeben und Vulkanausbruch. Gemeint sind also Naturgewalten von außen, die die Grunddeckung aus Feuer, Leitungswasser und Sturm/Hagel nicht erfasst.
Nur mit Elementarbaustein. Läuft der Keller bei Starkregen voll oder drückt Wasser über die Kanalisation zurück ins Haus, zahlt die Versicherung ohne diesen Zusatz nicht. In der Grunddeckung ist dieser Fall nicht enthalten.
Der Beitrag richtet sich nach der ZÜRS-Geozone Ihres Gebäudes. In den Zonen 1 und 2, in denen die meisten Häuser liegen, ist der Aufschlag auf den Grundbeitrag moderat. Gemessen am möglichen Totalschaden ist das Verhältnis sehr günstig.
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